Wenn ein Kind z.B. bei der lieben Tante fremdelt, hat das nichts damit zu tun das die Tante dem Kind unsympathisch ist. Sondern damit das ein Kind ab einem gewissen Alter unterscheidet, wer ihm vertraut ist und wer nicht.
Es kann sein, das es vor Menschen mit denen es sonst geschmust und gespielt hat, plötzlich davonläuft. Meistens rettet sich das fremdelnde Kind in die Arme der Mutter oder des Vaters, hier fühlt es sich sicher. In dieser Zeit wird es auch nicht bei der Oma bleiben wollen, sondern immer nur bei den Eltern. Zwingen Sie Ihr Kind nicht auf einen Menschen zuzugehen, wenn es nicht will. Früher wurden die Kinder selbst in der Fremdelphase gezwungen, anderen zur Begrüßung die Hand zu geben.
Das war sicher eine sehr große Qual für das Kind. Das ist heute zum Glück nicht mehr so, Wenn das Kind den Besuch nicht anschauen will, kann man erklären warum und jeder wird es verstehen. Es ist normal das ein Kind fremdelt und man muss sich deshalb keine Sorgen machen. Lassen Sie das Kind einfach in Ruhe, irgendwann wird es sich aus Ihren Armen lösen und sich dem Besucher nähern. Es merkt das der Besucher den Eltern willkommen ist und fasst ganz allmählich Vertrauen.
Beim nächsten Besuch wird dasselbe Spiel wieder von vorne beginnen. Die Fremdelphase dauert bei den Kindern unterschiedlich lang und ist auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Es gibt Kinder die beim Anblick von Fremden in Panik geraten und nur schwer zu beruhigen sind, andere wieder gewöhnen sich schnell an ein fremdes Gesicht.